Wie andere große geistliche Ritterorden entstand auch der Deutsche Orden während der Kreuzzüge im Heiligen Land. Bald lag aber der Schwerpunkt seines Wirkens im Ostseeraum, wo er besonders im Baltikum und im heutigen Polen größere Gebiete mit »Kreuz und Schwert« unter seine Herrschaft brachte. Das von ihm kultivierte und mit Deutschen besiedelte Ordensland wurde seit Ende des 14. Jahrhunderts zum Zankapfel mit dem damals erstarkenden litauisch-polnischen Reich.


Im Laufe einer wechselvollen Geschichte und eines nicht anerkannten Säkularisierungsversuches fielen die Territorien des Ordensstaates im 16. Jahrhundert an Polen. Nach diesen Macht- und Territorialeinbußen beschränkte sich der Einfluss des Ordens hauptsächlich auf seine Balleien und Besitzungen im Heiligen Römischen Reich, innerhalb dessen er sich konsolidierte und erneuerte.


Ein weiterer Einschnitt war die 1809 von Napoleon vorgenommene Auflösung des Ordens in den Rheinbundstaaten, er bestand danach nur noch unter dem Schutz Habsburgs fort.


Seit 1929 offiziell geistlicher Orden, erlebte er unter nationalsozialistischer Herrschaft erneut eine schwere Zeit; nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich wiederhergestellt, nahm er auch in Deutschland und anderen Ländern seine Tätigkeit wieder auf.